Ausrüstung & Spielfeld

Ausrüstung und Spielfeld im Pétanque

Pétanque ist ein Sport, der mit vergleichsweise wenig Ausrüstung auskommt. Dennoch gibt es einige wichtige Vorgaben, insbesondere im Turnierbereich. Im Folgenden erfährst du alles über die Kugeln, das Cochonnet, das Spielfeld und weiteres Zubehör.

1. Die Kugeln – Herzstück des Spiels

Die Pétanque-Kugeln (auch „Boules“ genannt) sind das zentrale Element des Spiels. Sie bestehen aus Metall und müssen bestimmten Standards entsprechen, um für offizielle Wettkämpfe zugelassen zu sein.
Regulierte Eigenschaften von Turnierkugeln:
Material: Stahl oder Edelstahl
Durchmesser: Zwischen 70,5 mm und 80 mm
Gewicht: Zwischen 650 g und 800 g
Kennzeichnung: Jede Kugel hat eine individuelle Gravur zur Unterscheidung
Freizeitspieler nutzen oft einfachere Kugeln, die nicht immer diesen Normen entsprechen. Es gibt auch Soft-Kugeln aus Kunststoff für Kinder oder Indoor-Spiele.
Unterschiede je nach Spielstil:
Legekugeln: Rauere Oberfläche für besseren Grip auf dem Boden
Schusskugeln: Glattere Oberfläche, um beim Aufprall auf eine gegnerische Kugel besser zu gleiten
Allround-Kugeln: Für Spieler, die keine spezielle Vorliebe haben oder flexibel sein möchten

2. Das Cochonnet – Die Zielkugel

Die kleine Zielkugel, auch „Schweinchen“ oder „Cochonnet“ genannt, ist ein weiteres essenzielles Spielgerät.
Eigenschaften des Cochonnet:
Material: Holz oder Kunststoff
Durchmesser: 30 mm
Farbe: Meist naturbelassen, aber oft in leuchtenden Farben für bessere Sichtbarkeit
Für offizielle Turniere muss das Cochonnet aus Holz bestehen, im Freizeitspiel sind auch Kunststoff-Varianten erlaubt.

3. Der Wurfkreis

Der Wurfkreis markiert die Stelle, von der aus die Kugeln geworfen werden.
Arten von Wurfkreisen:
Gezeichneter Kreis: Einfach mit einem Stock oder dem Fuß auf dem Boden markiert (nur im Freizeitspiel üblich)
Kunststoffring: Standard im Turniersport, mit einem Durchmesser zwischen 35 und 50 cm
Beim Wurf müssen beide Füße vollständig im Kreis stehen und dürfen ihn erst verlassen, wenn die Kugel den Boden berührt hat.

4. Das Spielfeld – Wo wird gespielt?

Freie Spielfläche (Freizeit & Parks)

Pétanque kann fast überall gespielt werden, solange der Untergrund eben und fest genug ist. Beliebte Spielflächen sind:

  • Schotterwege oder Kiesplätze
  • Parkflächen mit festem Boden
  • Sandige oder erdige Flächen
Reguliertes Turnierspielfeld

Für offizielle Wettkämpfe gibt es genaue Vorschriften für das Spielfeld:

  • Mindestgröße: 12 x 3 Meter pro Partie
  • Begrenzungen: Oft durch Holz- oder Linienmarkierungen abgesteckt
  • Untergrund: Fester, feinkörniger Boden (Kies, Sand oder feiner Schotter)

In großen Turnieren werden mehrere Felder nebeneinander angelegt, um mehrere Partien gleichzeitig auszutragen.

5. Weiteres Zubehör für Spieler

-Neben den Kugeln gibt es weiteres praktisches Zubehör, das viele Spieler nutzen:
Zählhilfen
Punktezähler: Mechanische oder digitale Anzeige, um den Spielstand festzuhalten
Kreide oder Stift: Zum Notieren der Punkte auf einem Block oder einer Tafel
Messwerkzeug
Zirkel oder Maßband: Um exakt zu bestimmen, welche Kugel näher am Cochonnet liegt
Magnetheber: Erleichtert das Aufheben der Kugeln, besonders für ältere Spieler
Transport & Schutz
Kugeltaschen: Zum sicheren Verstauen und Transportieren der Kugeln
Tuch oder Lederhandschuh: Zum Reinigen der Kugeln während des Spiels

Regeln und Varianten von Boule & Pétanque

Grundregeln des Pétanque

Pétanque ist ein taktisches und präzises Kugelspiel, das sowohl im Freizeitbereich als auch im Wettkampf gespielt wird. Ziel des Spiels ist es, die eigenen Kugeln näher an eine kleine Zielkugel (das „Cochonnet“ oder „Schweinchen“) zu platzieren als der Gegner.

1. Das Spielfeld

Pétanque kann auf fast jedem festen Untergrund gespielt werden, sei es Sand, Kies oder fester Boden. Für offizielle Turniere beträgt das Spielfeld mindestens 12 x 3 Meter.

2. Spieleranzahl

Pétanque kann in verschiedenen Teamgrößen gespielt werden:
Tête-à-Tête (Einzelspiel): 1 gegen 1, jeder Spieler hat 3 Kugeln.
Doublette (Zweier-Team): 2 gegen 2, jeder Spieler hat 3 Kugeln.
Triplette (Dreier-Team): 3 gegen 3, jeder Spieler hat 2 Kugeln.

3. Der Spielbeginn

Ein Team zieht oder legt einen Wurfkreis mit einem Durchmesser von 35 bis 50 cm auf den Boden.
Ein Spieler wirft das Cochonnet zwischen 6 und 10 Meter weit.
Die Spieler müssen beim Werfen mit beiden Füßen im Kreis stehen.

4. Der Spielablauf

Das Team, das das Cochonnet geworfen hat, spielt die erste Kugel.
Danach versucht das gegnerische Team, eine Kugel näher an das Cochonnet zu platzieren oder die Kugel des Gegners wegzuschießen.
Das Team, dessen Kugel weiter entfernt liegt, spielt so lange, bis es eine bessere Position erreicht oder keine Kugeln mehr hat.

5. Punktewertung

Wenn alle Kugeln gespielt wurden, erhält das Team, dessen Kugel dem Cochonnet am nächsten liegt, einen Punkt für jede seiner Kugeln, die näher ist als die beste Kugel des Gegners.
Eine Runde (eine „Mène“) endet mit der Punktevergabe.
Gespielt wird bis 13 Punkte (in Turnieren) oder 10 Punkte (Freizeitspiel).

Spieltechniken

Es gibt zwei Haupttechniken beim Pétanque:
Legen („Pointer“): Die Kugel möglichst nah am Cochonnet platzieren.
Schießen („Tirer“): Eine gegnerische Kugel gezielt wegschießen.
Taktik und Strategie sind entscheidend, da Spieler oft abwägen müssen, ob sie eine Kugel platzieren oder eine gegnerische Kugel entfernen.

Varianten von Boule & Pétanque

Neben dem klassischen Pétanque gibt es weitere Varianten des Spiels, die in verschiedenen Ländern gespielt werden:

1. Jeu Provençal

Ältere Form des Pétanque, aus der das heutige Spiel entstanden ist.
Die Spieler dürfen Anlauf nehmen und müssen beim Werfen einen Fuß im Wurfkreis behalten.
Das Spielfeld ist größer, das Spiel erfordert mehr Präzision und Kraft.

2. Boule Lyonnaise

Wird auf einem größeren Spielfeld (27,5 m Länge) gespielt.
Ähnlich wie das Jeu Provençal, aber mit schwereren Kugeln und einer komplexeren Punktewertung.
Eine Mischung aus Pétanque und Bowling-ähnlichen Würfen.

3. Boccia

Besonders in Italien beliebt und oft mit Pétanque verwechselt.
Wird mit weicheren Kugeln auf glatten Bahnen gespielt.
Das Spiel ist weniger vom Schießen geprägt, sondern stärker auf präzises Platzieren ausgelegt.

4. Indoor-Pétanque

Gespielt auf Teppich oder Indoor-Bahnen, oft mit leichteren Kugeln.
Ideal für schlechtes Wetter oder Orte ohne Außenspielflächen.